Nachricht anzeigen

Donnerstag, 20. August 2015 | Alter: 317 Tage | Quelle: FN

Special Olympics in Los Angeles

Los Angeles/USA - Sieben Goldmedaillen für deutsche Reiter
 
Sieben Mal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze lautet die beeindruckende Bilanz der deutschen Reiter bei den Special Olympics, die vom 25. Juli bis 2. August in Los Angeles/USA ausgetragen wurden. Auf vom Veranstalter gestellten und zugelosten Pferden konnte jeder der vier Starter für Schwarz-Rot-Gold gleich mehrere Einzelmedaillen mit nach Hause nehmen.
 
Zwölf Medaillen hätten es maximal werden können, am Ende konnten elf von ihnen und ein vierter Platz für die deutschen Reiter bei den Special Olympics notiert werden. Geritten wurde in den drei Levels C (nur Schritt), B (Schritt und Trab) sowie A (Schritt, Trab und Galopp). Zudem nahmen die Richter nach einem Probereiten innerhalb der Levels eine Einteilung in homogene Leistungsgruppen vor. Für die vier deutschen Starter Maximilian Abing (Bersenbrück), Janine Schwirblat (Münster), Sophie-Marie Niemann (Kiel) und Daniel Schacht (Werne) galt es, jeweils in drei Prüfungen ihr ganzes reiterliches Können zu zeigen. In der Dressur wurde eine Einzelaufgabe etwa auf dem Niveau der Klasse E/A verlangt. Die Reiter mussten hier beispielsweise Mittelzirkel und halbe Volten zeigen. „Für einen geistig behinderten Reiter ist es schwer, sich in der Bahn zu orientieren, daher sind solche Lektionen eine große Herausforderung“, ordnete Bundestrainerin Uta Deutschländer die Leistung ihrer Schützlinge ein. Und diese konnte sich sehen lassen: Gold für Sophie-Marie Niemann in der Dressur in ihrer Gruppe auf dem Level B, ebenfalls Gold für Daniel Schacht (Level C) sowie Silber für Maximilian Abing (Level A) und Bronze für Janine Schwirblat (Level B). Noch besser lief es im Geschicklichkeitswettbewerb. Hier galt es, verschiedene Stationen zu absolvieren. So gab es beispielsweise einen Slalom um Tonnen, eine zu durchreitende Kreuzung aus Stangen und es musste ein Gegenstand von A nach B transportiert werden. Die feste Reihenfolge der Stationen musste auswendig gelernt und ohne Hilfe von außen geritten werden. An jeder Station konnten maximal zehn Punkte erreicht werden, Abzüge gab es zum Beispiel für Verreiten oder unkorrekte Ausführung der Aufgabe. Die deutschen Reiter lösten die Stationen mit Bravour und so konnten jeweils Gold für Abing, Niemann und Schacht sowie Bronze für Schwirblat vermeldet werden.
 
Als weitere Disziplin stand für die deutschen Starter ein Reiterwettbewerb auf dem Programm. Auf ein Abteilungsreiten folgte hier eine kleine Einzelübung, die am Vorabend bekannt gegeben wurde und auswendig geritten werden musste. Während der Übung musste der Rest der Abteilung das Viereck verlassen. Die Richter beurteilten die Leistung im Reiterwettbewerb, ebenso wie in der Dressurprüfung, mit Wertnoten analog zum Regelsport. Lediglich bei Kriterien wie Sitz und Einwirkung des Reiters werden die spezifischen Probleme der Teilnehmer berücksichtigt. Das Ergebnis für die deutschen Reiter in diesem Wettbewerb lautete: Gold für Maximilian Abing und Daniel Schacht sowie ein drittes Mal Bronze für Janine Schwirblat. Sophie-Marie Niemann verpasste im Reiterwettbewerb das Podium mit Platz vier ganz knapp.
Die Special Olympics sind die weltweit größte, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. In Los Angeles nahmen insgesamt 6500 Athleten aus 165 Ländern an den Weltsommerspielen teil. Die deutsche Delegation bestand dabei aus 114 Athleten, die in 18 Sportarten an den Start gingen. Bei den Special Olympics Reiterwettbewerben gingen 136 Reiter aus etwa 40 Nationen an den Start. Neben Deutschland gehören die USA, Großbritannien, Irland und Neuseeland zu den stärksten Reitsportnationen.||FN


 Veranstaltungen

© 2008 pferdenachrichten.de | xhtml | css